Skiltfolk

Es zogen einst die Kämpen aus - zu folgen treu des Herfrid´s Ruf.
An kühlem Bach der Rate sprach: "Zieht aus zu wehren nun das Reich!"
Zum Waffengang bereit, der Mannen Schlachtgesang durchbebt den Hain:

"Eiris sazun idisi
Sazun hera duoder
Suma hapt heptidun
Sumaherilezidun
Sumaclu bodun
Umbicuomio uuidi
Insprinc hapt bandun
Inuar uigandun"

Dem Heeresruf nun folgten
die Stämme aus dem ganzen Land.
Den Sümpfen ward geschenkt so mancher Leib,
ehe das Schlachten nun begann.

Die Klingen fuhren durch das todgeweihte Fleisch.
"Oh Wodan nimm dies dir zu Ehren, sei uns Schild und Wall! "
Der Götzen Augen glotzten starr auf ewge Welt in trübem Nass,
Mit Blut getränkt, Altäre standen stolz zu Kriegesgottes Ehr!

Wodan - Die Sippen stehn zur Wehr.
Bluostrari - Blut durch Blutbegehr.
Donar - Schenk Kraft dem Heer!
Und wieder tönt der Mannen Schlachtgesang: "Eiris sazun idisi...


Hier sehen wir beschrieben, wie das „Skiltfolk“ (Schildvolk, Heer) den Beistand der Götter fordert, indem es zu den Opferstätten zieht und den Göttern Opfer bringt. Diese größte Opferstätte der Thüringer sind die Opfermoore am Kultplatz von Oberdorla. Hier bitten sie die Götter um Beistand und Hilfe in den kommenden Schlachten. Der besungene und
aufgerufene „Bluostrari“ ist der Zeremonienmeister der sog. „Opferer“.
Der Kriegsgesang der Scharen ist althochdeutsch.
Die Erläuterungen dazu findet ihr HIER.