Silbermährn

Des Windes Namen tragen sie
Die reinsten Wesen in Anmut und Gestalt
Ihr Stolz birgt des Heimes ganzes Gut
Für ihr Eigen gaben Könige ihr Land

Auch schon die Väter gaben Silbermährn ihr Leben
Nie übertroffen des Blutes Werdegang

So ward getragen Kunde
über Flur durch Feld und Land,
das der Thüringer Geschicke
gehen gleich mit edlen Rossen,
die des Gleichen suchten ihres,
von reinstem, weißem Leib,
gezeichnet mit der Farben Erde,
Wind und Feuertanz

Gar anmutig die Zossen stoben
feurig durch die Haine
und ein jeder, der den Blick vernahm
fuhr Donner durch die Glieder.

Wohl sanft doch ungestüm, voll Anmut doch mit Ehrfurcht
führten Thüringer einst Silbermährn an ihrer Hand.




Die Thüringer und vor ihnen ihre Väter, die Hermunduren, verstanden sich auf die Kunst der Pferdezucht. Theoderich der Große, König der Ostgoten selbst, schrieb in einem Brief an Herminafrid eine Danksagung für die ihm gebrachten Geschenke, unter denen sich prächtige Rosse befanden. Sie waren schneeweiß. Weiße Pferde waren der Züchtung höchste Kunst
und wurden von den Thüringern als heilige Tiere verehrt.
So entstand in Thüringen der Pferdekult.